Hände weg von unserer Neutralität!

Seit über 400 Jahren lebt die Schweiz eine pragmatische, anpassungsfähige Neutralität, die im Dienste unserer Sicherheit, unserer Handlungsfreiheit und unserer Souveränität steht.

Mit dieser erfolgreichen Tradition möchte die SVP nun brechen und eine enge, starre Definition der Neutralität in der Verfassung verankern.

Damit will uns die SVP die Freiheit nehmen, unsere Neutralität im Wandel der Zeit weiterhin so anzuwenden, dass sie unsere Sicherheitsinteressen und unsere Werte am besten unterstützt.

Die Neutralitätsinitiative der SVP ist realitätsfremd, gefährlich und unethisch. Sie macht aus unserem Erfolgsmodell Neutralität eine starre «Neutralitätsreligion» – zum Preis unserer Sicherheit, unserer Handlungsfreiheit und unserer Würde.

Neutralität JA – Neutralitätsinitiative NEIN !

Geschichte der Schweizer Neutralität

Die Eidgenossenschaft war in den ersten Jahrhunderten ihres Bestehens alles andere als neutral. Sonst wäre sie ja gar nicht entstanden. Die Geburtsstunde der Neutralität war der Dreissigjährige Krieg (1618-1648). Die Tagsatzung wollte aus innenpolitischen Gründen verhindern, dass die politisch und konfessionell fragile Schweiz in den Krieg verwickelt würde. Zum Schutz der Grenzen schuf die Tagsatzung 1647 in Wil mit dem «Defensionale» zum erstenmal eine gesamteidgenössische Landesverteidigung, quasi den Vorläufer der Schweizer Armee.

In den 150 Jahre vor der Französischen Revolution gelang es der Eidgenossenschaft, sich aus allen europäischen Kriegen herauszuhalten. Die verfeindeten Nachbarn respektierten die Neutralität in ihrem eigenen Interesse.

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Marco Jorio, August 2025

Schweizer Neutralitätspolitik als Balance-Akt zwischen Grossmächten in Karikatur